Brandenburg

Internet-Seite soll gegen Glücksspielsucht helfen

Eine Selbsthilfeseite im Internet soll Glücksspiel-Süchtigen in Brandenburg helfen, aus ihrer Abhängigkeit herauszukommen. Gesundheitsministerin Diana Golze sagte heute in Potsdam: „Glücksspiel kann zum Teufelskreis aus Lust und Verlust werden. Was zu Beginn Freude macht, kann für Gesundheit und Existenz sehr schnell gefährlich werden. Wer sein Glücksspielverhalten selbständig über das Internet reduzieren oder ganz damit aufhören möchte, bekommt Hilfe durch die mit Unterstützung des Gesundheitsministeriums entwickelte neue Internet-Seite www.selbsthilfegluecksspiel.de. Sie ergänzt die bewährten Beratungsangebote in Brandenburg.“  


Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat in einer Studie das Verhalten von 241.000 Glücksspielern und Glücksspielerinnen als problematisch eingestuft. Krankhaft ist das Verhalten bei 215.000 Frauen und Männern. Umgerechnet auf das Land Brandenburg sind das 7.200 problematisch und 6.400 krankhaft glücksspielende Menschen. „Leider finden derzeit nicht einmal zehn Prozent der Betroffenen den Weg in eine Behandlung. Wir hoffen, dass durch das vollkommen anonyme und kostenlose Online-Hilfeprogramm wesentlich mehr Menschen erreicht werden können“, so Professor Dr. Johannes Lindenmeyer, Direktor der Salus Klinik Lindow in Brandenburg und Initiator des Programms.  
Die Internet-Selbsthilfe wird von den Salus Kliniken mit Unterstützung der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen angeboten. Das Gesundheitsministerium hat die Entwicklung des Programms unterstützt und finanziert u.a. den Betrieb im Netz einschließlich der Betreuung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern durch eine Fachkraft.  

Das Onlineangebot hilft Betroffenen dabei, ihr Spielverhalten selbstständig zu reduzieren oder ganz aufzugeben, ohne damit in die Öffentlichkeit gehen zu müssen. Hierzu machen die Teilnehmenden tägliche Angaben zu ihrem Spielverhalten. Sie treffen Vereinbarungen mit sich selber und bereiten sich auf Risikosituationen und eventuelle Rückfälle vor. Eine professionelle Beraterin der Landesstelle für Suchtfragen steht per E-Mail zur Unterstützung bereit. Außerdem können sich die Nutzerinnen und Nutzer in einem abgeschirmten Forum anonym austauschen und gegenseitig helfen. Das Programm dauert sechs Wochen. Mit einem kurzen Selbsttest von zwei Minuten können Betroffene sofort feststellen, ob das Programm für sie geeignet ist.  


„Das Programm ist ein niedrigschwelliges Unterstützungsangebot, bei dem auch auf die Beratung durch das Netzwerk Frühe Intervention bei pathologischem Glücksspiel im Land Brandenburg hingewiesen wird“, sagt Andrea Hardeling von der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen. In Brandenburg sind 13 vom Gesundheitsministerium finanzierte Suchthilfestellen speziell für die Beratung und Behandlung von glücksspielsüchtigen Menschen und deren Angehörigen qualifiziert. Interessierte finden weitere Informationen unter www.spielsucht-brandenburg.de. Alle Bundesländer haben sich in einem gemeinsamen Staatsvertrag verpflichtet, das Entstehen von Glücksspielsucht und Wettsucht zu verhindern sowie die Voraussetzungen für eine wirksame Suchtbekämpfung zu schaffen.  


Online-Beratungsangebote erreichen Betroffene, die für andere Angebote nicht zugänglich sind. Das Gesundheitsministerium unterstützt auch das in der Struktur ähnliche Angebot zur Alkoholproblematik der AOK Nordost und der Salus Kliniken „www.selbsthilfealkohol.de“.