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Kleinmachnow – Neue Jagdpächter im Einsatz

Am 1. April hat die Jagdgenossenschaft Stahnsdorf-Kleinmachnow die Jagd an zwei neue Pächter vergeben. Gemeinsam mit weiteren Jägern wollen sie dafür sorgen, dass das Verhältnis zwischen Menschen und Wildschweinen in beiden Gemeinden wieder ausgewogen ist.

Inzwischen haben die Jagdpächter Christoph Ziggel und Hendrik van Look sowie ihre elf Begehungsscheininhaber einen guten Überblick über die Lage im Revier gewonnen und die Menschen und Tiere dort besser kennengelernt. Zunächst mussten sie aber alle Ansitze kontrollieren, in Schuss bringen und deren Standorte optimieren. Wie schon ihre Vorgänger mussten sie leider feststellen, dass oftmals mutwillige Zerstörungen die Hochsitze unbrauchbar machen, wenn nicht sogar zur Gefahr für die Jäger. An dieser Stelle daher der Hinweis: Angesägte Leitersprossen sind kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die sogar Leben gefährden kann!

Den Kontakt zu den Anwohnern wollen die beiden Jäger auf jeden Fall halten. Deshalb haben sie sich schon mit den Bürgerinitiativen getroffen, die sich für Jagd und Wildschweine interessieren. Christoph Ziggel sagt, dass sie sich mit allen getroffen haben, egal ob die Leute mehr Wildschweine jagen wollen oder nicht. Christoph Ziggel hat sich auch im Kleinmachnower Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Ordnungsangelegenheiten vorgestellt. Schließlich kann ihre Arbeit keinen Erfolg haben, wenn Politik und Bürgerschaft sie nicht unterstützen.

Keine Fütterung in den Wohn- und Siedlungsgebieten

Die Ziele für die Zukunft sind klar: Die Wildschweine sollen aus den Wohngebieten herausgelockt werden, damit man sie außerhalb der befriedeten Bereiche bejagen kann. Aber zunächst geht’s darum, die Wildschweine hier besser kennenzulernen. Dabei wollen wir vor allem die „Problemtiere“ identifizieren, bevor sie auch noch dem Nachwuchs die Dummheiten beibringen, mit denen sie bereits für reichlich Ärger sorgen. „Wir haben zum Beispiel am Stolper Weg völlig verzogene Tiere, die keinerlei natürlichen Abstand mehr einhalten“, stellte Ziggel fest. Sein Appell an alle Anwohnerinnen und Anwohner lautet daher: „Hört auf mit dem Füttern!“ Grundsätzlich darf man Wildtiere nur in Notzeiten füttern. Das wird dann auch von den übergeordneten Behörden angeordnet.

„In den ersten Wochen als Jagdpächter haben wir in unserem Pachtgebiet etwa 200 Tiere gesehen“, sagt Ziggel. Er schätzt, dass es sogar dreimal so viele Wildschweine in der Region sind. „Und die gehen hier von alleine auch nicht weg!“, ist er sich sicher, denn die Tiere finden vor Ort reichlich Futter. Deshalb ist es aus seiner Sicht unerlässlich, hier eine Regulierung vorzunehmen. Am wichtigsten ist dabei, die Tiere zu vergrämen. Sie sollten sich in den Wohngebieten einfach nicht mehr so wohlfühlen. Die neuen Jagdpächter sind allerdings gegen den Einsatz von Fallen. Sie sollten wirklich nur als letztes Mittel eingesetzt werden, um die Tiere aus den Wohngebieten herauszuholen. Deshalb muss rund um die Siedlungsgebiete mehr gejagt werden, damit die Tiere sie nicht mehr als sichere Rückzugsgebiete ansehen. Gleichzeitig sollen die Wildschweine mit weniger Jagddruck in den Wäldern, ihrem eigentlichen und besseren Lebensraum, gehalten werden.

Wildschweine gehören in den Wald

In ein bis zwei Jahren möchte Ziggel in der Region vorrangig vom Ansitz aus in Ruhe und gezielt in den Waldgebieten jagen. Es ist auch wichtig, dass Hunde in den Waldgebieten an der Leine gehalten werden. Denn wenn die Wildtiere in ihren angestammten Lebensräumen immer wieder aufgeschreckt werden, könnten sie sich erneut in die für sie sicheren Wohngebiete zurückziehen. Aus diesem Grund wird an alle Hundebesitzer appelliert, ihre Hunde im Wald anzuleinen. Dies betrifft auch den Bannwald.

Die Jagdpächter melden bereits erste Erfolge bei der Reduzierung des Wildschweinbestandes. Mit gezielten Aktionen konnten schon viele Wildschweine erlegt werden. Leider sind bei Verkehrsunfällen 20 Tiere getötet worden und mussten entsorgt werden.

Die Kontaktaufnahme mit den Jägern kann nach wie vor über die bekannte E-Mail-Adresse info@jagdpaechter.com erfolgen. Die eingehenden E-Mails werden von ihnen einer Auswertung unterzogen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Sichtungen von Wildschweinen zu melden, da diese eine wichtige Informationsquelle zur Identifizierung von Hotspots darstellen. Es wird um Verständnis gebeten, daß nicht jede E-Mail sofort beantwortet werden kann. Die Jagdpächter sind ehrenamtliche Jäger und es entspricht dem allgemeinen Interesse, dass sie sich statt mit Verwaltungsaufgaben mit der Jagd im Wald und im Ort befassen.

Die Gemeinde Kleinmachnow stellt klar, dass die E-Mail-Adresse nicht als Notfall-Kontakt dient. Bei Gefahr im Verzug sind die Ordnungsämter und die Polizei die zuständigen Ansprechpartner. Diese werden gegebenenfalls die Jäger alarmieren. Das Betreten eines Grundstücks oder die Jagd dort ist für Jäger ohne polizeiliche Unterstützung nicht gestattet. Die Polizei kann den Jägern jedoch die entsprechende Berechtigung erteilen.

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