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Teltowkanal: Gestank und Fischsterben

Nach den Wetterextremen der vergangenen Wochen ereignet sich derzeit am Teltowkanal erneut ein Fischsterben. Tote Fische treiben auf dem Wasser und verbreiten fauligen Gestank. Das Land Berlin wurde mit der Beseitigung der Fischkadaver beauftragt.

Im Teltowkanal ereignet sich derzeit ein Fischsterben. Der Grund sei Sauerstoffmangel, so das Fischereiamt Berlin am Donnerstag (05. August) auf Anfrage durch die Redaktion. AUßergewöhnlich hohe Niederschläge hätten in den vergangenen Wochen zum vermehrten Eintrag von nährstoffreichem Wasser in die Oberflächengewässer – darunter auch in den Teltowkanal. „Die Nährstofffrachten gelangen überwiegend durch ein Überlaufen des Mischentwässerungssystems in die Gewässer“, so das Fischereiamt weiter. Über das Mischentwässerungssystem werden unter anderem auch das Niederschlagswasser entsorgt, das sich auf den Straßen sammelt – mitsamt aller organischen Überreste wie Abfälle, Tierfäkalien oder Pflanzenreste. Der Abbau dieser Substanzen durch Bakterien im Wasser entzieht den Wasserlebewesen den dringend benötigten Sauerstoff – dieser Entzug führt nach einiger Zeit zum Fischsterben.

Derzeit in Fischgestank gehüllt: die Knesebeckbrücke zwischen Berlin Steglitz-Zehlendorf und Teltow über dem Teltowkanal. Bild: Philipp Hochbaum

Im Teltowkanal treiben derzeit Güster, Bleie und andere Weißfische. „Die Gewässerunterhaltung in Berlin und Brandenburg ist über das Fischsterben informiert und wird die Fischkadaver bergen“, versichert das Fischereiamt abschließend.

Doch warum ereignet sich das Fischsterben erst jetzt, mehrere Wochen nach den massiven Niederschlägen? Die Abbauprozesse setzen sich erst langsam in Gang; die Bakterienpopulation passt sich entsprechend dem EIntrag organischer Materialien an: Je mehr Abfälle insGgewässer gelangen, desto besseren Nährbödenfinden die Mikroben vor, und desto mehr Materialien werden abgebaut – ein Teufelskreis für die Wasserbewohner setzt sich in Gang. „Der verzögerte Abbau der organischen Bestandteile im Wasser äußert sich erst später in Form eines Sauerstoffdefizites“, ergänzt das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Spree-Havel als zuständige Verwaltung des Teltowkanals. Auch das WSA Spree-Havel sieht das Land Berlin nun in der Verantwortung: „Die Zuständigkeit für eine Entsorgung der Fischkadaver sowie für die Wasserqualität liegt beim Land Berlin, genauer bei der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Diese Stelle wurde entsprechend durch das WSA Spree-Havel informiert und hat gestern eine Notbelüftung sowie Entsorgung der Fischkadaver durch das Fischereiamt telefonisch zugesichert“, so das WSA Spree-Havel. ph

Titelbild: Pixabay.com