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Neue Studie: Wirtschaft rund um BER legt weiter zu

Die Wirtschaft rund um den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) wird sich trotz des auch dort auftretenden Arbeitskräftemangels weiter positiv entwickeln. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, der Wirtschaftsförderung Brandenburg, der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit sowie der drei Brandenburger Industrie- und Handelskammern.

Am BER sind mehr als 20.000 Menschen beschäftigt. Der moderne Großflughafen trägt zur Standortattraktivität der deutschen Hauptstadtregion Berlin Brandenburg bei. Davon profitiert auch das Flughafenumfeld, das sich durch eine überdurchschnittliche Beschäftigungsentwicklung auszeichnet. Das belegt eine gemeinsame Arbeitsmarktstudie der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB), der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB), der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit sowie der drei Brandenburger Industrie- und Handelskammern (IHK Cottbus, IHK Ostbrandenburg und IHK Potsdam).

Zwischen 2020 und 2023 lag der durchschnittliche jährliche Beschäftigungsanstieg im Brandenburger Teil der Flughafenregion bei mehr als 5 Prozent. Das Wachstum wird auch künftig am BER und in der Flughafenregion anhalten. Knapp 38 Prozent der befragten Betriebe am BER erwarten in den nächsten drei Jahren weitere Beschäftigungszuwächse. In der weiteren Flughafenregion gehen gut 29 Prozent von einem weiteren Anstieg aus.

Im Rahmen der Studie wurden auch die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen BER und der umgebenden Flughafenregion (30 Minuten Fahrtradius um den BER) sowie die Herausforderungen der Betriebe bei der Personalbeschaffung untersucht. Hier zeigt sich, dass die Betriebe am BER in hohem Maße wirtschaftlich mit der umgebenden Region verflochten sind, was sich unter anderem durch stark ausgeprägte Dienstleistungsbeziehungen zu den Betrieben im Umland äußert. Umgekehrt ist der Flughafen BER für die Betriebe in der weiteren Flughafenregion ein bedeutsamer wirtschaftlicher Faktor, wenngleich die Wechselbezüge hier etwas geringer ausfallen.

Die Personalgewinnung ist sowohl für die Betriebe am BER als auch in der Flughafenregion aktuell die größte betriebliche Herausforderung. Auf die begrenzten Personalressourcen reagieren die Betriebe mit entsprechenden Anpassungsstrategien. Neben Veränderungen in der Arbeitsorganisation setzen die Betriebe dabei auf die Digitalisierung von Geschäftsprozessen, auf Effizienzsteigerung sowie auf die Weiterbildung ihrer Beschäftigten.

Zu den Ergebnissen der Studie sagt Michael Halberstadt, Geschäftsführer Personal der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH: „Die gemeinsame Arbeitsmarktstudie belegt, dass die dynamische Entwicklung in unserer Region eng mit der Bedeutung des BER als Wirtschaftsfaktor und als Arbeitsstätte verknüpft ist und dass auch in den kommenden Jahren weitere deutliche Wachstumsimpulse in der Flughafenregion zu erwarten sind. Gleichzeitig zeigen die Studienergebnisse auch Optimierungspotenziale für die Arbeits- und Fachkräftesicherung auf, die es gemeinsam zu erschließen gilt. Ich möchte mich bei unseren regionalen Partnern und bei allen Beteiligten am BER bedanken, die uns bei der Erarbeitung dieser aufschlussreichen Studie unterstützt haben.“

Dr. Steffen Kammradt, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) betont: „Die Studie belegt die Wachstumsimpulse des BER – sowohl direkt am Airport als auch in der weiteren Flughafenregion. Der BER erweist sich damit als Wirtschaftsmotor für die deutsche Hauptstadtregion Berlin Brandenburg. Die Studie zeigt auch, dass die Unternehmen im BER-Umfeld offensiv mit den Herausforderungen der Personalgewinnung umgehen. Ihre zupackende Herangehensweise freut mich. Die WFBB wird die Entwicklung mit ihrem breiten Angebot der Wirtschafts- und Arbeitsförderung aus einer Hand nachhaltig unterstützen.“

Dr. Ramona Schröder, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit bekräftigt: „Flughäfen sind weltweit als veritable Jobmotoren bekannt. So ist es auch am BER und in seiner Umgebung. Die Passagiere und Waren fliegen hier ab, aber ein Großteil der Wertschöpfung bleibt am Boden und in unserer Region. Der Flughafen bietet Beschäftigungsmöglichkeiten für alle Qualifikationsstufen. Die vorliegende Studie macht die Wechselwirkungen deutlich und hilft bei der Entwicklung der Arbeits- und Fachkräftepotentiale. Für den gemeinsamen Erfolg am Arbeitsmarkt rund um den BER ziehen alle Partner an einem Strang, denn gerade der Wirtschaftsraum Berlin-Brandenburg ist prädestiniert für eine länderübergreifende Zusammenarbeit. Das gilt auch für die praktische Umsetzung am Arbeitsmarkt durch das überregionale „Projektteam Flughafenregion Berlin-Brandenburg“ der Agenturen für Arbeit Berlin Süd und Cottbus.“

„Rund ein Drittel der Betriebe am BER und in der Flughafenregion rechnet mittelfristig mit steigendem Personalbedarf – viele suchen schon jetzt händeringend nach Fachkräften. Das bereitet uns Sorge, denn die wirtschaftlichen Impulse des BER sind für unsere Region zu wichtig, um ungenutzt zu bleiben. Deshalb muss das bestehende Unterstützungsangebot zur Fachkräftesicherung noch gezielter in die Betriebe getragen werden“, sagt Jens Warnken, Präsident der IHK Cottbus für die Landesarbeitsgemeinschaft der Brandenburger IHK. „Ebenso entscheidend für den Standort sind die Verkehrsprojekte aus der Engpassanalyse Flughafenumfeld und Teslaregion. Dazu zählen der Ausbau des Regional- und Busverkehrs, der Anhalter Bahn sowie der Bahnhöfe Königs Wusterhausen und Fangschleuse/Grünheide. Ergänzend braucht es moderne Mobilitätslösungen, mehr Park and Ride Angebote an Brandenburger Bahnhöfen – und nicht zuletzt eine Kapazitätserweiterung der Autobahn A10. “

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